Stand: 2. September 2020
Pädagogische Konzeption
Hort-Elterninitiative
Schulpiraten e.V. – Betreuung für Schulkinder
Heiglhofstr. 5 81377 München
EINLEITUNG
Unsere pädagogische Konzeption spiegelt die aktuellen Bedürfnisse der betreuten Kinder, die pädagogischen Zielvorstellungen des Teams und die Wünsche und Ideen der Eltern wider. Die pädagogische Arbeit orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan.
Der Verein Schulpiraten e.V. wird von der Stadt München und dem Freistaat Bayern gefördert. Er umfasst aktive und passive Mitglieder, Festangestellte und wechselnde Praktikanten. Ein Vorstand, der sich aus der Elternschaft zusammensetzt und von den Vereinsmitgliedern gewählt wird, vertritt den Verein nach außen. Der Vorstand muss sich dem Referat für Bildung und Sport gegenüber für die Verwendung der finanziellen Mittel rechtfertigen und im jährlichen Haushaltsantrag und Sachbericht Rechenschaft ablegen. Jedes Vereinsmitglied ist Arbeitgeber und Kunde zugleich; die Arbeitgeberpflichten übernimmt jedoch in erster Linie der Vorstand.
A ERZIEHERISCHE UND FAMILIENERGÄNZENDE FUNKTION
1. Betreuung anbieten
Die Schulen können den Betreuungsbedarf über den Unterricht hinaus vielerorts nicht auffangen. Im Stadtteil Hadern stehen derzeit nicht genügend Kitaplätze insbesondere für Grundschulkinder zur Verfügung. Die Schulpiraten e.V. sind im Stadtviertel die einzige Elterninitiative für diese Altersgruppe mit Nachmittagsbetreuung bis 17:00 Uhr und einem regelmäßigen Ferienprogramm. Wir verstehen uns als familienergänzende Unterstützung für berufstätige Eltern.
2. Flexibilität leben
Der Bedarf nach einer zeitlich flexiblen Betreuungseinrichtung ist gestiegen. Die Schulpiraten wagen die Gratwanderung zwischen der von den Eltern gewünschten hohen Flexibilität und der notwendigen Kontinuität im Schulpiraten-Alltag für die Kinder. Dazu gehören unser Betreuungsangebot bis 17 Uhr und das ganztägige Freizeitangebot in den Schulferien. Auch die offene Einteilung der Hausaufgaben und Essenszeiten durch die Kinder gewähren eine flexible Gestaltung des Schulpiratenalltags.
3. Außerschulische Bildungsangebote bereitstellen
Die Schulpiraten verstehen sich als außerschulische Bildungseinrichtung, die situationsbezogen und flexibel Wissen auf spielerische, handlungsorientierte Weise vermitteln und vertiefen kann. Die Themen und Interessengebiete werden in der Regel von den Kindern vorgegeben oder bestimmt.
4. Freundschaftliches Miteinander in der Gruppe erleben
Die freie Zeit mit anderen Kindern wird heutzutage immer knapper. Auch die Schule reicht nicht aus, um soziale Fähigkeiten zu lernen, da die Wissensvermittlung im Vordergrund steht. Unsere Einrichtung ermöglicht ein freundschaftliches Miteinander unter Kindern verschiedener Altersgruppen.
5. Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen
Bei den Schulpiraten sind alle Kinder und deren Familien herzlich willkommen: Kinder mit und ohne Behinderung, Kinder mit verschiedensten Interessen und Persönlichkeiten, mit individuellem Entwicklungs- und Lerntempo und Familien mit unterschiedlichem kulturellen und sozialen Hintergrund. Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder (§ 53 SGB XIII) stehen insgesamt zwei Plätze in der Einrichtung zur Verfügung. Der hohe Betreuungsschlüssel, die berufliche Qualifikation, das Engagement des pädagogischen Teams und die enge Zusammenarbeit mit einer Heilpädagogin bieten dafür gute Fördervoraussetzungen.
B LEITGEDANKE
1. Familiäre Atmosphäre
Dass die Kinder gern in die Einrichtung kommen und dass sie sich wohlfühlen sowie Spaß und Freude in der Gruppe erleben ist uns am wichtigsten. Wir wollen den Kindern ein familiäres Umfeld, eine fantasieanregende Umgebung und vielfältige Möglichkeiten zum spielerischen Lernen bieten. Unsere liebevolle und auf die Bedürfnisse der Kinder bezogene Betreuung lässt dem Kind-sein viel Raum. Die gemütlichen Räumlichkeiten, die kleine Gruppengröße und der hohe Personalschlüssel unterstützen die familiäre Atmosphäre. So werden die Schulpiraten für die Kinder ein verlässliches „Zweites Zuhause“.
2. Zusammenarbeit zwischen Eltern, Team und Schule
Grundlage für eine solche Atmosphäre ist die vertrauensvolle und engagierte, von Offenheit und Empathie geprägte, Zusammenarbeit sowohl zwischen pädagogischen Team und Eltern, den Eltern untereinander und innerhalb des Teams. Das Gemeinschaftsgefühl ist uns nicht nur sehr wichtig, sondern ausdrücklich die Basis für den gemeinsamen Erziehungsauftrag und
eine demokratische Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Team. Auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Lehrkräften gehört für uns dazu. Alle Beteiligten achten auf einen freundlichen, respektvollen und wertschätzenden Umgang untereinander.
3. Engagement und Einsatzbereitschaft aller
Die Eltern bringen ihr Engagement ein und übernehmen Ämter. Die Schulpiraten werden somit zu einem Ort der Begegnung und des Austausches. Das Team setzt sich für das Wohl jedes Kindes ein, nimmt jedes Kind in seiner Individualität an und sucht, insbesondere bei Schwierigkeiten, das Gespräch mit dem Kind und seinen Eltern, um Konflikte konstruktiv zu lösen.
C RAHMENBEDINGUNGEN
1. Gruppengröße und -zusammensetzung
Bei den Schulpiraten werden täglich höchstens 25 Kinder der 1.-4. Klasse (in begründeten und vom Vorstand genehmigten Ausnahmefällen auch der 5. und 6. Klasse) aus dem gesamten Umfeld der Einrichtung in einer möglichst heterogenen Gruppe betreut.
2. Das Personal
Das Team der Schulpiraten besteht aus pädagogischen Fachkräften, pädagogischen Ergänzungskräften und wechselnden Praktikanten.
3. Die Eltern
Die Verwaltung und Organisation der Einrichtung werden zu einem großen Teil von der Elternschaft übernommen. Als Elterninitiative sind wir wesentlich auf das Engagement aller Mütter und Väter angewiesen: alle Eltern mit Ausnahme des Vorstands übernehmen Pflichtenwochen und ein festes Amt. Die Beteiligung an gemeinsamen Aktionen ist ausdrücklich erwünscht und die Anwesenheit an den pädagogischen Elternabenden sowie an den Vereinsversammlungen Pflicht. Wir sehen darin insbesondere eine Chance für die Eltern, sich gegenseitig zu vernetzen, zu unterstützen und Kontakte zu knüpfen. Wir achten darauf, dass alle anfallenden Pflichten in ihrem Umfang auch von berufstätigen Alleinerziehenden geleistet werden können.
4. Räumliche Ausstattung
ein großer Gruppen- und Bewegungsraum
eine großzügige Küche mit Essbereich
zwei Toiletten
eine Werkstatt
ein Büro
ein Ruheraum
ein Spiel- und Bauzimmer
eine Garderobe
Die Räume liegen im 2. Obergeschoss (Dachgeschoss) eines renovierten Bauernhauses, mitten im historischen Dorfkern von Hadern und in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station. Die Schulpiraten haben keinen eigenen Garten, aber vielfältige Möglichkeiten für Aktionen im Freien: die Nutzung des Platzes zwischen Kirche und Grundschule, auf zwei großen Freiflächen mit Spielplatz, Schlittenhügel, Büschen, Bäumen und Wiese und im nahe gelegenen Wald. Es werden zudem Spaziergänge und Aktionen im Viertel unternommen.
5. Betreuungszeit
Die Schulpiraten bieten eine ganztägige Betreuung bis 17 Uhr an. Während der Schulzeit Montag bis Freitag von 11:25 Uhr bis 17 Uhr und in den Ferien von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.
Vier Wochen pro Jahr bleiben die Schulpiraten während der Schulferien geschlossen. Die Schließzeit in den einzelnen Ferien wird zu Beginn des Schuljahres von der Mitgliederversammlung beschlossen. In den Ferienöffnungszeiten erwartet die Kinder ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm.
Damit das Team langfristig eine hohe pädagogische Qualität in der Einrichtung gewährleisten kann und die Betreuung und Förderung der uns anvertrauten Kinder auf einem Ganztagskonzept basiert, legen wir auf die Einhaltung der Betreuungszeiten großen Wert.
Um die gewünschte Flexibilität in der Abholung bzw. bei den Schickzeiten zum alleinigen Nachhausegehen anbieten zu können bedarf es jederzeit ein hohes Maß an Kommunikation. Geeignete Zeiten zum Abholen bzw. Schicken der Kinder sind nach der Essens- und Hausaufgabenzeit um 15.00 Uhr und nach der Spielplatzzeit zwischen 16.30 und 17.00 Uhr.
In Absprache mit dem Team ist in begründeten Ausnahmefällen (Arztbesuch, wichtiger familiärer Grund) ein Abholen des Kindes außerhalb der Abholzeiten möglich.
D DER HORTALLTAG
1. Eingewöhnung
Die Kinder müssen mit Eintritt in die Schule zwei Übergänge bewältigen: den Wechsel vom Kindergarten in die Schule und in den Hort. Alle unsere Maßnahmen zur Eingewöhnung haben zum Ziel, eine gute Vertrauensbasis der Kinder zur Einrichtung und zum Betreuungsteam zu schaffen. Jedem neuen Schulpiraten wird ein erfahrener Schulpirat zur Seite gestellt. Die Eltern werden intensiv in die Eingewöhnungsphase einbezogen, da wir davon ausgehen, dass Eltern, die den Hort kennen, ihre eigene Sicherheit auf ihre Kinder übertragen. Mit einer tragfähigen Vertrauensbasis kann das Schulkind Schritt für Schritt selbständiger werden z. B. kann es Wege alleine bewältigen oder selber an Termine denken.
Die erste Phase der Eingewöhnung startet noch unverbindlich mit dem Tag der offenen Tür im Frühling. An diesem Tag ist ein erstes gegenseitiges Kennenlernen möglich. Die Hortkinder bieten Aktionen für interessierte Familien, wie z.B. Hortführungen und Spiele oder Bastelangebote. Eltern und Kinder, die eine Platzzusage erhalten haben, werden zu unserem Sommerfest auf dem Spielplatz eingeladen. Hier beteiligen sich alle aktuellen Hortkinder und deren Eltern und sorgen für eine lockere, gemütliche Atmosphäre. Der Hort startet nach der dreiwöchigen Sommerpause mit einem Ferienprogramm bereits eine Woche vor Schulbeginn. In dieser Woche ist in der Regel nur eine kleine Gruppe an Kindern anwesend, so dass die neuen Kinder den Hort langsam erkunden können. Zuvor hat das Team bereits für die neuen Kinder einen eigenen Platz in der Garderobe und für persönliche Dinge geschaffen. Das Team kann in dieser Zeit die neuen Kinder individuell begleiten. So haben sich die Kinder bei Schulbeginn bereits ein wenig an den Hort gewöhnt. In den ersten Wochen bei den Schulpiraten bieten wir viele Gemeinschafts- und Kennenlernspiele an, die „alten“ Hortkinder unterstützen die neuen und wir basteln alle gemeinsam einen Geburtstagskalender. Ebenso stehen wir während der ersten Wochen besonders intensiv im Austausch mit den Eltern.
2. Tagesablauf
während der Schulzeit:
11.30 – 13.15 Uhr Ankunft der Kinder aus der Schule je nach Schulschluss
11.30 – 15.00 Uhr Beginn der flexiblen Zeitgestaltung durch die Kinder
- entweder gleich in die Hausaufgaben und danach zum Essen
- oder erst Mittagessen und danach die Hausaufgaben erledigen
15.00 – 16.00 Uhr Freispielzeit, Projekte, Aktivitäten und Angebote, Spielplatz, einmal die
Woche nach Möglichkeit Turnhalle
16.15 Brotzeit
17.00 Schließung des Hortes
In den Ferien ist der Tagesablauf variabel.
Besonderheiten Freitags werden keine Hausaufgaben erledigt.
3. Kinderkonferenzen und Gruppenrunden
Alle vier bis sechs Wochen bzw. nach Bedarf wird eine angekündigte Kinderkonferenz einberufen, je nach Thema und Inhalt werden die Kinderkonferenzen auch in Kleingruppen durchgeführt. Durch die Kinderkonferenzen haben die Kinder die Möglichkeit, das Hortgeschehen mitzugestalten und mitzubestimmen. Die Gruppenrunden werden bedarfsorientiert angeboten und bieten Raum für gemeinsame Gespräche, Diskussionen, Bewegungsspiele, Entspannung und Vorlesen.
4. Kochen und Essen
Ein zentraler Punkt ist das Mittagessen in Kleingruppen, ein Ritual des Zusammenseins. Dadurch ergeben sich häufig Gespräche über Themen, die die Kinder derzeit beschäftigen. Auch kann von dem dabeisitzenden Erzieher das Gespräch entsprechend gelenkt werden. Auf Tischmanieren, Gesprächsregeln und respektvolles Miteinander achten sowohl das Team als auch die Kinder. Die Kinder übernehmen eigenverantwortlich Küchendienste, wie z. B. das Nachdecken für Kinder, die später essen.
Die Schulpiraten werden von regionalen Caterern versorgt. Es wird aber auch regelmäßig zusammen mit den Kindern selbst gekocht. Zu jedem Essen steht für die Kinder frische Rohkost und zur Brotzeit Obst zur Verfügung.
5. Hausaufgaben
Die Kinder werden in Kleingruppen von max.12 Kindern (meistens weniger) bei den Hausaufgaben betreut.
6. Nachmittagsgestaltung
Nach der Essens- bzw. Hausaufgabenzeit haben die Kinder noch ausreichend Spielzeit zur Verfügung. Diese verbringen wir so oft wie möglich im Freien. Auch Projekte und Angebote finden in dieser Zeit statt, wie z. B. Mädchen-Gruppe, Bastelprojekte, Theaterprojekte, Kochen und Backen, Projektwochen zum Thema Nachhaltigkeit, Umwelt, Leben auf der Straße, Ureinwohner, Töpfern, Fußball, Filzen und vieles mehr - angepasst an die Interessen der Kinder.
Ergänzend zum freien Spiel streben die Schulpiraten regelmäßige Projektnachmittage und Tage an. Diese finden bevorzugt einmal monatlich am hausaufgabenfreien Freitag statt.
8. Regelmäßige Angebote
▪ Für sportliche Aktivitäten nutzen wir einmal wöchentlich für eine Stunde eine nahe gelegene Schulturnhalle. (Hängt von der Bewilligung durch die Stadt ab.)
▪ In den Ferienzeiten bieten wir ein ganztägiges Freizeitprogramm an. Dabei achten wir auf
eine ausgewogene Mischung aus Ausflügen, aufwendigeren themenbezogenen Projekten, kreativen, kulturellen und sportlichen Angeboten und freien Spielzeiten.
▪ Einmal im Jahr führt das Team eine fünftägige Ferienfahrt mit den Kindern durch.
▪ Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit dem Team und den Eltern organisiert werden, gibt es mehrmals im Jahr. Dazu gehören beispielsweise Eltern-Kind-Wochenenden, stadtteilbezogene Aktionen, Nikolausfeiern oder Sommerfeste.
▪ Hortübernachtungen mit einem abwechslungsreichen Abendprogramm finden für die Kinder einmal jährlich statt.
▪ Bei Interesse organisiert das Team Kurse/Aktivitäten außerhalb der Hortzeiten
E GRUNDSÄTZE UND PÄDAGOGISCHE ZIELE
1. Grundsätze
Ausgangspunkt unserer Arbeit ist das situationsbezogene Eingehen auf alltägliche Erfahrungen, Fragen und Probleme der Kinder. Unser Team nimmt die Lebenswirklichkeit der Kinder wahr (Was steht gerade an? Was beschäftigt die Kinder?) und beleuchtet diese im Hortalltag. Aus der Analyse der Anliegen der Kinder ergibt sich zum Beispiel die Planung eines Projekts, einer Gesprächsrunde oder eine spezifische Auswahl des Beschäftigungsmaterials.
Darüber hinaus geht es uns auch um eine Wertevermittlung, das Festlegen von Strukturen und Regeln, die miteinander reflektiert und in den Hortalltag integriert werden.
2. Pädagogische Ziele
Kompetenzen vermitteln
Jedes Kind wird seiner individuellen Bildungsbiografie entsprechend begleitet. Wir verstehen Bildung ganzheitlich, bezogen auf alle Lebensbereiche, in denen sich die Kinder weiterentwickeln und dazulernen. Dazu gehört die Stärkung eines gesunden Selbstvertrauens, das Einüben von Kritikfähigkeit und die schrittweise Hinführung an Eigenverantwortung. Wichtig ist uns auch, dass die Kinder Sicherheit in der Gruppe und im Umgang mit Anderen entwickeln und sich eine konstruktive Streitkultur aneignen. Darüber hinaus legen wir Wert darauf, dass die Kinder Arbeitstechniken kennen lernen, um eigenes Wissen und Können aufzubauen.
Soziale Förderung
Die Kinder lernen mit- und voneinander in den verschiedenen Alltags- und Spielsituationen. Wir helfen ihnen dabei, Konflikte gewaltfrei, konstruktiv und eigenständig zu lösen. Beim Mittagessen und bei zahlreichen Gruppenaktionen erleben die Kinder den Wert der Gemeinschaft.
Schulische Förderung
Dass die Kinder einen guten Anschluss an die Lern- und Leistungsanforderungen ihrer Klasse erlangen, ist uns ein großes Anliegen. Wir legen Wert darauf, dass die Kinder bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben zunehmend selbständig werden und ihre Eigenverantwortung erkennen. Hier versteht sich das pädagogische Team als Wegbegleiter. Jedes Kind hat ein individuelles Lerntempo und einen eigenen Lernrhythmus. Dies respektieren wir und helfen, einen eigenen Lernweg zu finden. Wir geben Rat, Unterstützung und Anleitung. Das Team kann jedoch grundsätzlich keine Einzelbetreuung gewährleisten. Abschließende Kontrolle und vertiefendes Üben bleibt Aufgabe der Eltern. Die Erzieher informieren die Eltern darüber, welche Aufgaben das Kind im Hort erledigt hat und wenn Schwierigkeiten auftreten. Wechselseitig unterstützen die Eltern die Erzieher durch Informationen über schulische Belange ihrer Kinder. Regelmäßige Gespräche zwischen Erziehern, Eltern und Kindern sind grundlegend für eine erfolgreiche Hausaufgabenbetreuung. Die Hausaufgaben werden in Gruppen von maximal 12 Kindern betreut, klare Strukturen sind vorgegeben. Individuelle Entwicklungsziele werden durch einen regelmäßigen Austausch mit den Eltern und Lehrern festgelegt. Bei Kindern, die an AGs teilnehmen, kann keine Gewähr für die Erledigung der Hausaufgaben gegeben werden. Als Projekttag und Ausflugstag bleibt der Freitag grundsätzlich hausaufgabenfrei.
Ziele im Rahmen der Freizeit- und Feriengestaltung
Besonders in den Ferien und an den Projektnachmittagen am Freitag hat das Schulpiraten-Team besondere Möglichkeiten, ein breit gefächertes Freizeitangebot anzubieten und mit den Kindern zu entwickeln. Hier setzen wir besondere gleichrangige Schwerpunkte:
a) Förderung der Kreativität
Eigene Kunstwerke können die Kinder in der horteigenen Werkstatt mit vielfältigen Materialien, je nach Anforderung in Eigenregie oder unter Anleitung, gestalten.
b) Kulturelle Bildung
Regelmäßig besucht die Schulpiratengruppe kindgerechte Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen.
c) Förderung der Lust an Bewegung
Auch wenn wir über keinen eigenen Garten verfügen, gehen wir nahezu täglich mit den Kindern ins Freie. Auf den großen Außenflächen in unmittelbarer Nähe können die Kinder nach Lust und Laune toben, Ball spielen, klettern und im Winter Schlitten fahren. Ferner wird nach Möglichkeit eine nahe gelegene Turnhalle einmal wöchentlich genutzt.
d) Förderung von Ruhe und Entspannung
Das Team achtet im Alltag besonders auf Phasen der Entspannung. Die Kinder können sich dafür in entsprechend eingerichteten und betreuerfreien Ruhezonen zurückziehen.
e) Natur- und Umwelterziehung
Die thematische Aufarbeitung von Umweltthemen und der direkte Kontakt zur Natur sind gerade für Stadtkinder von großer Bedeutung. Wir wollen den Kindern vor allem das Erkennen und Erleben von Natur in der unmittelbaren Umgebung und im Stadtteil vermitteln.
f) Medienpädagogik
Das Team unterstützt projektbezogen die aktive Beschäftigung der Kinder mit Medien wie Foto, Film, Computer und Zeitung. Den größten Stellenwert hat bei den Schulpiraten das Buch.
g) Museumspädagogik
Gerade in den Ferien nutzen wir die Möglichkeit, Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen (naturwissenschaftlich, historisch, kunsthistorisch, gestalterisch) der zahlreichen Münchner Museen zu besuchen, um gezielt dem medienlastigen Alltag einen Gegenpol zu setzen, an einem ruhigen Ort Geschichte zum „Anfassen“ zu erleben und andere Sichtweisen kennenzulernen.
Förderung von demokratischem Verständnis und Partizipation
Jede Partizipation setzt das respektvolle und achtsame Miteinander von Kindern und Erziehern im Hortalltag voraus. Die selbstbestimmte Organisation in der Gruppe wird realisiert mit gewählten Gruppensprechern, geheimen Wahlen zu bestimmten Projektthemen, einem eigenen Kinder-Briefkasten und von Kindern erarbeiteten Umfragen. Auf Initiative der Kinder gibt es einen regelmäßigen „Piratenklatsch“ in bestimmten Altersgruppen, sowie betreuerfreie Rückzugszonen auf dem Spielplatz und im Hort (Höhlen, Vorhang, Spielzimmer). Bei Konflikten und Gefahrenquellen wird gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen gesucht. Vor allem in den monatlich einberufenen Kinderkonferenzen erhalten die Kinder ein Forum, den Schulpiraten-Alltag aktiv mitzugestalten und verantwortungsvolle Aufgaben selbsttätig zu übernehmen. Wir schaffen aber auch im Alltag viele Möglichkeiten, damit die Kinder sich mit eigenen Anliegen und Ideen einbringen können, z.B. beim Sammeln von Menüvorschlägen oder der gemeinsamen Erstellung von Regeln beim Mittagessen. Die Kinder organisieren Projekte wie z.B. Tierpatenschaften selber und übernehmen Aufgaben bei Festen oder Ausflügen. Sie arbeiten in der Werkstatt unter Anleitung und mit Begleitung durch Erwachsene selbständig an Projekten; sie können bei der Zimmergestaltung mitbestimmen und bestimmte Spielzonen eigenverantwortlich organisieren. Am Spielplatz können sie innerhalb bestimmter Rahmen ihre Tätigkeiten und Aufenthaltsorte selbst bestimmen. Mit der „Viertklässler-Karte“ dürfen die Viertklässler nach einer Qualifikationsphase eigenständig und zu selbst gewählten Zeiten im Stadtviertel unterwegs sein. Der Grad der Mitbestimmung und der Eigenverantwortung richtet sich nach dem Entwicklungsstand des einzelnen Kindes.
Vernetzung im Stadtteil
Die Kinder bewegen sich im Alltag zu einem großen Teil in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und im Stadtteil. Wir möchten den Kindern vielfältige Wege aufzeigen, wie sie ihre eigene Lebenswelt lebendig mitgestalten können. Wir schöpfen eine große Bandbreite an Angeboten im Stadtteil aus, beteiligen uns an verschiedenen sozialen und künstlerischen Aktionen und initiieren eigene stadtteilbezogene Projekte.
Heranführung an Alltagskompetenz
Die Übernahme täglicher Aufgaben und Pflichten für die Gemeinschaft wie Tischdienste, Aufräumen oder Einkaufsdienste gehören für uns ganz selbstverständlich zum Hortablauf. Das Einüben von Routineabläufen des Alltags, die Kommunikation innerhalb eines kleinen Teams und die eigene Aufgabenorganisation sind wichtige Fähigkeiten, die die Kinder ganz nebenbei lernen.
Geschlechterspezifische Rollen
In unserer geschlechtergemischten Gruppe hat die Vermittlung einer gleichberechtigten Wertigkeit aller Geschlechter in der Gruppe, Familie und Gesellschaft, sowie der respektvolle Umgang miteinander übergeordneten Stellenwert. Individuelle Bedürfnisse unabhängig des Geschlechts werden in vielen Bereichen des Alltags unterschieden und akzeptiert. Rollenklischees oder Zuschreibungen werden hinterfragt und vermieden. Aktivitäten werden grundsätzlich gemeinsam angeboten oder durchgeführt (z. B. Haushaltsaktivitäten wie Aufräumen, Kochen, Abwaschen oder Angebote wie Werkstatt, Computer, Medien, Fußballturnier, Basteln). Die Vorbildfunktion der Bezugspersonen für das Rollenverhalten wird sorgfältig reflektiert und aktiv eingesetzt. Wir legen großen Wert darauf, dass Aktivitäten von beiden Elternteilen (sofern vorhanden) gleichermaßen übernommen werden, um den Kindern ein emanzipiertes Miteinander vorzuleben.
Inklusion
Jedes Kind ist mit seinen Fähigkeiten Teil der Gruppe und wir gehen auf individuelle Bedürfnisse jedes Kindes bezüglich seines Entwicklungsstands, kulturellen und sozialen Hintergrunds ein. Toleranz, Akzeptanz und Gruppengeist sind grundlegende Voraussetzungen für gelingende Arbeit in und mit der Gruppe. Im Mittelpunkt stehen dabei angeleitete soziale und emotionale Erfahrungen und psychomotorische Angebote in der Kleingruppe zur Förderung der Kreativität, Sensibilität und Feinmotorik in der Einheit von Wahrnehmen, Denken, Bewegen und Erleben. Lernfelder werden gezielt trainiert und z.B. Bewegungsbeeinträchtigungen durch Hilfsmittel aufgefangen. Die Integration in der Gruppe erfolgt ressourcen-orientiert und beinhaltet alltagspraktische Fähigkeiten wie Tisch abräumen, einkaufen gehen oder gegenseitige Unterstützung, z.B. bei den Hausaufgaben. Unterstützung bei der persönlichen Autarkie erfahren die Kinder durch Handlungsplanung, die z.B. mit Zeiteinschätzung durch Sanduhren, Konzentrationsaufbau oder Stille-Kopfhörer individuell umgesetzt wird. Das Team reflektiert das eigene Verhalten mit den Kindern regelmäßig und fördert die Wahrnehmung in der Gruppe durch Gesprächskreise, Spiele und dialogische Regelkommunikation. Regelmäßiger Austausch der Bezugspersonen untereinander und mit den Eltern (auf der Grundlage von Förderplänen, Entwicklungsberichten, Beobachtungen und Dokumentationen) sorgt für Transparenz und Verständnis über Maßnahmen und Ziele. Das Team bildet sich durch Fortbildungs- und Fachtagungsbesuche sowie Fachberatungen (Heilpädagogin, Supervision) zum Thema Inklusion konstant weiter.
F QUALITÄTSENTWICKLUNG
Evaluation
Das Team und der Vorstand überprüfen in Form von Bedarfsanalysen, Umfragen und Stimmungsbarometern kontinuierlich die Zufriedenheit der Eltern und der Kinder mit der Arbeit der Schulpiraten und dem Angebot der Einrichtung. Die Auswertung wird in Elternversammlungen und in den Kinderkonferenzen besprochen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden Veränderungen an die Bedürfnisse aller Beteiligten angepasst.
Qualitätsentwicklung im Team
Das pädagogische Team erweitert insbesondere durch regelmäßige Fortbildungen, Supervisionen und die Teilnahme an Arbeitskreisen mit anderen Einrichtungen seine Fachkompetenz. Das Team nimmt an der pädagogischen Qualitätsbegleitung des Vereins „Die LAGE in Bayern e. V.“ teil
Kommunikations- und Beschwerdemanagement
Für den Umgang mit Beschwerden und Kritik der Eltern und der Kinder wurde vom Team und vom Vorstand eine klar strukturierte und lösungsorientierte Verfahrensanweisung erarbeitet.
Entwicklungsdokumentation und Beobachtung
Das Team pflegt und führt für jedes einzelne Kind einen selbst erarbeiteten, standardisierten Beobachtungsbogen für Hortkinder, dokumentiert Eltern- und Lehrergespräche, ergänzt mit teaminternen Notizen und Beobachtungen. Für jedes Kind wird gemeinsam ein persönliches Portfolio angelegt.
Sicherung der Kinderrechte und Wahrnehmung des Schutzauftrags nach §8 SGB XIII
a) Beteiligungsrechte
Die Kinder sollen sich aktiv an Entscheidungsprozessen im Hort beteiligen. Das kann im täglichen Austausch mit den Erziehern und der Gruppe geschehen, in Form von Wahlen, Abstimmungen oder im Rahmen der Kinderkonferenzen. Die Kinder bekommen den Freiraum, selber Projekte zu initiieren und durchzuführen.
b) Beschwerdemöglichkeiten
Erzieher und Kinder haben gemeinsam Beschwerdemöglichkeiten für Kinder erarbeitet und in einem Informationspapier festgehalten. Darin sind verschiedene Wege aufgezeigt, persönliche Anliegen und Kritik zu äußern sowie sich im Bedarfsfall Hilfe zu holen.
c) Information über Kontaktstellen
Für alle gut sichtbar hängen an der Kinderinfotafel die Kontaktdaten des Kinder- und Jugendtelefons „Nummer gegen Kummer“ aus.
Hierzu erlauben wir uns, auf unser Schutzkonzept hinzuweisen.
Das pädagogische Team bildet sich regelmäßig zum Thema Kindeswohlgefährdung und zur Münchner Grundvereinbarung fort. Im Bedarfsfall arbeitet es eng mit Fachberatungsstellen und dem Jugendamt zusammen.
Alle Mitwirkenden der Elterninitiative entwickeln kontinuierlich und gemeinsam eine partizipative, beschwerdefreundliche und inklusive Einrichtungskultur weiter.